Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft „Oliver Wyman“ wird es in der Zukunft deutlich weniger Banken geben als bis jetzt. Aktuell wird von über 1.600 Banken, die über 27.000 Filialen besitzen, ausgegangen. Diese Anzahl soll sich jedoch in etwa 15 bis 20 Jahren drastisch auf lediglich 150 bis 300 Kreditinstitute reduzieren.

Als Grund hierfür werden die Digitalisierung und die Etablierung ausländischer Kreditinstitute als neue Mitbewerber genannt. Aber auch veränderte Kundenwünsche tragen zum Bankensterben bei.

Aufgrund dieser Prognosen können wir jeden Bankkunden nur empfehlen, sein Kreditengagement überprüfen zu lassen, bevor es zu spät ist.

 

Quelle: 01.02.2018 - Bankenreport Deutschland 2030

 

 

Das Landgericht Tübingen hat mit Urteil vom 08.12.2017, Az.: 4 O 187/17 für Recht erkannt, dass die Beklagte es zu unterlassen hat, gegenüber Verbrauchern unter bestimmten Voraussetzungen, Negativzinsen zu verlangen.

Die Beklagte erhob durch AGB-Änderungen im Preisaushang auf bestimmte, von ihr angebotenen Produkten, Negativzinsen, wogegen ein Verbraucherschutzverein klagte und Recht bekam.

Vor Allem bei Altverträgen, die vor dem 16.01.2017 geschlossen wurden, sind diese AGB-Änderungen aus mehreren Gründen unwirksam. Zum Einen sind Negativzinsen nie Vertragsbestandteil geworden. Durch die nachträgliche Erhebung wird in das Gefüge der Hauptleistungspflichten zu Lasten des Verbrauchers eingegriffen.

Zum Anderen stellt die Erhebung der Negativzinsen in den AGBs, zu mindestens bei Altverträgen, eine überraschende Klausel dar.

Wichtiger Hinweis: Das Gericht hält die Erhebung von Negativzinsen in diesem Fall bei diesem Kreditinstitut für unwirksam, weist aber darauf hin, dass es Banken nicht verboten ist, Negativzinsen zu erheben.

 

Quelle: LG Tübingen, Az.: 4 O 187/17, Urteil vom 08.12.2017

 

 

Getreu unserer Unternehmensphilosophie, die Rechtsfindung im Bereich des Bankrechts im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv voranzutreiben und somit unseren Beitrag zur Entwicklung in diesem komplexen Themenbereich zu leisten, ist es uns gelungen, etwas in Gang zu setzen.

Die gutachterliche Tätigkeit bringt es mit sich, dass wir, als Teilbereich unserer Arbeit, mit sich wiederholenden und noch ungelösten Rechtsfragen konfrontiert werden. Da die daraus folgenden Fragestellungen oftmals äußerst komplex sind, können Gerichte regelmäßig zu unterschiedlichen Sichtweisen und Auffassungen gelangen. Aus diesem Grund schreitet die Etablierung einer herrschenden Meinung nur langsam voran.

Um diesen Vorgang zu beschleunigen, werden auch Spezialisten auf dem Gebiet des Bankrechts Rechtsfragen gestellt und gegebenenfalls diskutiert. Nun sind Weiterentwicklungen und Differenzierungen, die anhand dieser Denkanstöße unternommen werden konnten auch in den Juris-Praxiskommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch aufgenommen worden.

Dies ist hocherfreulich, da die Juris GmbH als Marktführer im Bereich der elektronischen Rechtsinformationen ein wichtiges Hilfsmittel für rechtliche Recherchen ist und dementsprechend eine große Reichweite inne hat.

Es bleibt zu hoffen, dass die Anstöße nun auch entsprechend zeitnah durch Urteile untermauert werden können.

 

 

Achtung: Aufgrund gegebener Umstände machen wir auf Folgendes aufmerksam:

Darlehensnehmer, die eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt haben, sollten immer überprüfen lassen, ob der Betrag korrekt berechnet worden ist.

Immer wieder stellen wir fest, dass die berechnete Vorfälligkeitsentschädigung zu hoch ist.

 

Am 28.09.2017 strahlte der Fernsehsender „TV Oberfranken“ in seinem Format „TVO – Rechtstipp“ einen Beitrag zum Thema Kreditverträge aus.

Christian Weber, der als Rechtsanwalt bei unserem regionalen Kooperationspartner Dr. Schneiderbanger & Kollegen tätig ist, und schon einige unserer Verfahren begleitet hat, geht zusammen mit André Hink auf allgemeine Probleme bei Kreditverträgen ein.
Dabei wird betont, dass es für den betroffenen Kreditnehmer von immenser Bedeutung ist, neben dem Rechtsanwalt auch einen Kreditsachverständigen hinzuzuziehen, der das Verfahren von Anfang bis Ende begleitet.

Über den Hyperlink https://www.tvo.de/mediathek/video/der-tvo-rechtstipp-der-kreditvertrag/ gelangen Sie direkt zum Beitrag in der Mediathek von TV Oberfranken.